Der klassische Drogentest wird mit einer Urinprobe durchgeführt. Insbesondere im Rahmen von Verkehrskontrollen und der Kontrolle von Bewährungsauflagen (Screenings) wird eine Urinprobe genommen und auf Betäubungsmittel getestet. Eine Urinprobe zu manipulieren ist mit den heutigen Testverfahren sehr schwierig und nicht empfehlenswert.
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Nachweisbarkeit von Drogen im Urin
Die aktiven Stoffe sind im Urin kaum und nur sehr kurze Zeit nachweisbar. Die Abbauprodukte können jedoch zum Beispiel beim häufig vorkommenden Test auf THC bis zu vielen Wochen lang nachgewiesen werden. Aktuelle Drogentests sind sehr präzise und weitgehend sicher vor Manipulation. Meist sind die Ergebnisse schon in wenigen Minuten abzulesen. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, das Ergebnis einer Urinprobe zu fälschen.
Wie kann man eine Urinprobe manipulieren?
Bezüglich der Manipulation von Urinproben kursieren viele Gerüchte. Aktuelle Tests sind sehr fälschungssicher und sind mit einigen Fälschungsindikatoren ausgestattet.
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Urinprobe manipulieren mittels “Screeny Weeny”
Die naheliegendste Methode Urinproben zu manipulieren ist es, “sauberen” Urin von anderen Personen zu verwenden, in dem keine Drogen nachweisbar sind. Oft wird dieser am Körper transportiert und (im Falle männlicher Probanden) mit einem Kunstpenis ausgeschieden. Diese Silikonnachbildungen mit Funktion sind im freien Handel erhältlich, meist sogar gemeinsam mit künstlich hergestelltem Urin. Das Risiko ist hier einerseits die optische Kontrolle, da diese Gerätschaften oft mit geübtem Blick erkennbar sind. Außerdem gibt es Teststreifen, die vor Ort die Temperatur messen. Die Teststreifen zeigen an, ob der Urin Körpertemperatur hat. Dadurch wird sichergestellt, dass die Probe authentisch ist und kein künstlicher Urin oder Urin einer anderen Person verwendet wurde.

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Verdünnung des Urins bei Urinproben
Die Verdünnung des Urins ist die effektivste Methode, die Substanzkonzentration im Urin schnell zu verringern und eine Urinprobe zu manipulieren. Dies geschieht einfach durch Verdünnung in vitro (im Reagenzglas) oder in vivo (im lebenden Objekt).
Verdünnung in vitro
Die Verdünnung in vitro ist sehr selten anzutreffen, da diese Manipulation der Urinprobe technisch schwer durchführbar ist. Hierfür müsste die Probe nachträglich oder während des Wasserlassens mit Fremdstoffen verdünnt werden. Der “Trick” der Verdünnung mit Wasser oder anderen chemischen Stoffen ist nicht neu. Daher gibt es kaum noch Urinproben, die nicht unter Aufsicht durchgeführt werden. Es wäre sonst zu einfach, die Urinprobe dadurch zu manipulieren, dass der Urin mit Wasser verdünnt wird. Daher ist eine Verdünnung in vitro schon faktisch schwer unentdeckt durchzuführen. Darüber wird eine in vitro Verdünnung in aller Regel schon durch das Testergebnis offensichtlich.
Verdünnung in vivo
Die Verdünnung in vivo ist die am Häufigsten anzutreffende Art, eine Urinprobe zu Manipulieren. Hier wird der Urin mittels stark erhöhter Flüssigkeitsaufnahme verdünnt. Je mehr Flüssigkeit getrunken wird, desto größer ist die Urinmenge die ausgeschieden wird. Da sich die reine Menge von nachweisbaren Drogen nicht erhöht, sinkt insgesamt die Konzentration. Ziel der Probanden ist es, so unter die Nachweisgrenze (cut-off) zu kommen. Dadurch wird der Urin optisch deutlich heller und somit ist diese Manipulation der Urinprobe schon mit bloßem Auge leicht zu erkennen.
Durch diesen Verdünnungseffekt wird aber nicht nur die Konzentration der relevanten Stoffe, sondern auch die Konzentration der meisten anderen Stoffe verdünnt, die im Urin natürlicherweise vorkommen. Um dem vorzubeugen, wird das spezifische Gewicht und der Kreatininwert gemessen. Sind diese Werte zu niedrig, ist dies ein sicheres Zeichen für eine sehr hohe Flüssigkeitsaufnahme vor dem Test und somit für ein verfälschtes Testergebenis.
Der hellen Farbe des Urins wird vielfach durch die Einnahme von Vitamin B2 entgegengewirkt. Viele Probanden nehmen künstlich Kreatin ein. Dadurch wird der Kreatininwert im Urin künstlich erhöht damit nach Verdünnung ein unauffälliger Wert erreicht wird. Vielfach wird auch beobachtet, dass Entwässerungsmittel (z.B. Lasix) eingenommen werden, um die Verdünnung schnellstmöglich durchzuführen und so die Urinprobe zu manipulieren. Insbesondere wenn Urinkontrollen auf Drogen sehr kurzfristig angekündigt werden.
Die Tests sind mit einer mechanischen beziehungsweise chemischen Kontrolllinie ausgestattet, die anzeigt, ob der Test richtig durchgeführt wurde. Insbesondere wird so gewährleistet, dass die Probe frei von Fremdstoffen ist, die das Ergebnis des Urintests beeinflussen können. Auch zeigt die Kontrolllinie an, ob genügend Testmaterial aufgetragen wurde.
Mit dieser Messung wird auch erkannt, wenn die Probe durch Zugabe anderer Flüssigkeiten verdünnt und damit die Urinprobe manipuliert worden ist.
Darüber hinaus gibt es verschiedene Teststreifen, die vor Ort die Authentizität der Probe anzeigen können. Es wird zum Beispiel der pH-Wert gemessen, um eine Zugabe von Säuren oder Basen zu erkennen. Außerdem wird auf die Zugabe von Glutaraldehyd, Desinfektionsmitteln, Bleichmittel und Pyridiniumchlorochromat getestet. Diese Stoffe können das Drogentests verfälschen.